Greiner trotzt schwächelnder Konjunktur

Umsatz erneut gesteigert

Hannes Moser, Finanzvorstand Greiner AG und Axel Kühner, Vorstandsvorsitzender Greiner AG © Greiner AG
Hannes Moser, Finanzvorstand Greiner AG und Axel Kühner, Vorstandsvorsitzender Greiner AG © Greiner AG

19.05.2020

Im Geschäftsjahr 2019 konnte Greiner seinen Wachstumskurs in einem schwierigen Marktumfeld weiter fortsetzen. Die Diversifikation von Produkten und Märkten, die globale Ausrichtung sowie innovationsgetriebenes und nachhaltiges Handeln haben sich in Zeiten schwächelnder Konjunktur erneut bewährt. Greiner konnte den Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent auf 1,675 Milliarden Euro abermals steigern (GJ 2018: 1,631 Milliarden Euro).

Auch der Cashflow steigerte sich gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent auf 144 Millionen Euro (GJ 2018: 128 Millionen Euro). Sämtliche im Geschäftsjahr 2019 getätigten Investitionen wurden wieder aus dem Cashflow finanziert. 2019 investierte Greiner 99 Millionen Euro in Sachanlagen (GJ 2018: 108 Millionen) und war mit 10.745 Mitarbeitern an 140 Standorten in 34 Ländern weltweit aktiv. Zum Stichtag 31. Dezember 2019 beschäftigte Greiner 2.543 Mitarbeiter in Österreich, 6.251 Mitarbeiter im restlichen Europa, 775 Mitarbeiter in Asien, 821 Mitarbeiter in Nordamerika, 219 Mitarbeiter in Südamerika und 136 Mitarbeiter im Rest der Welt.

Richtung Zukunft denken: Greiner Campus, Innovation und Nachhaltigkeit

Zentrale Themen des vergangenen Geschäftsjahres waren neben der Eröffnung des Headquarter-Ausbaus Greiner Campus die Gründung des Corporate Incubator INNOVENTURES sowie das weitere Vorantreiben der Nachhaltigkeitsaktivitäten inklusive Veröffentlichung des ersten Nachhaltigkeitsberichts. „Die Eröffnung des modernen Büro- und Ausbildungszentrums Greiner Campus im Frühjahr 2019 schuf auch am Headquarter-Standort Kremsmünster die räumliche Basis für kontinuierliches Wachstum. Mit unserem starken Fokus auf Nachhaltigkeit und der Veröffentlichung unseres ersten Nachhaltigkeitsberichts, in dem messbare Nachhaltigkeitsziele bis ins Jahr 2030 definiert wurden, übernehmen wir gruppenweit Verantwortung. Wir sind davon überzeugt, dass nur nachhaltige Unternehmen künftig auch wirtschaftlich erfolgreich sein werden“, sagt Vorstandsvorsitzender Axel Kühner.

Zum Start der Greiner Innovationsschmiede INNOVENTURES, deren Ziel die Entwicklung skalierbarer Geschäftsmodelle bzw. der Aufbau eigener Unternehmen innerhalb von zwölf Monaten ist, ergänzt Finanzvorstand Hannes Moser: „Innovation ist ein stetiger Prozess. Sie ist neben Diversifikation und Globalisierung eine unserer drei strategischen Säulen und die Basis dafür, ertragsorientiert zu wachsen. Mit dem Start unseres Corporate Incubator INNOVENTURES haben wir die Voraussetzungen für Innovationen, die nicht am Kerngeschäft von Greiner gelagert sind, sowie für die Entwicklung neuer Geschäftsbereiche geschaffen.“

Stärkung der Schaumstoffkompetenz

Mit der gänzlichen Übernahme der Eurofoam im April 2020 baut Greiner die führende Position im Schaumstoffbereich weiter aus. Eurofoam wurde im Jahr 1992 als 50:50-Joint-Venture der österreichischen Greiner AG und der belgischen Recticel S.A. gegründet und ist ein führender Hersteller von Polyurethan-Weichschaum. Im Jahr 2019 erzielte Eurofoam einen Umsatz von rund 400 Millionen Euro und beschäftigte europaweit rund 2.100 Mitarbeiter. Alle Mitarbeiter wurden von Greiner übernommen. „Unsere Schaumstoffsparte ist seit jeher eine wesentliche Säule der Unternehmensgruppe. Mit der Aufstockung der Eurofoam-Anteile auf 100 Prozent können wir unsere globale Kompetenz im Schaumstoffbereich weiter stärken und die Expansion in Zukunft noch intensiver vorantreiben“, freut sich Axel Kühner. „Die Übernahme ist die größte Akquisition in unserer Unternehmensgeschichte. Durch unser vorausschauendes und nachhaltiges Wirtschaften haben wir in den letzten Jahren Reserven geschaffen. Sie ermöglichten uns diese strategische und lange geplante Akquisition auch in Zeiten von Corona“, erklärt Hannes Moser.

Diversifikation bewährt sich in Zeiten von Corona

Mit vier Sparten und 140 Standorten in 34 Ländern ist Greiner weltweit in unterschiedlichsten Industrien aktiv. Die Diversifikation von Produkten und Märkten hat sich insbesondere in der Corona-Krise bewährt. Greiner Packaging und Greiner Bio-One verzeichnen aktuell eine sehr gute Auftragslage, da die Produkte dieser beiden Sparten zentral für die Versorgungssicherheit und die Hygiene bei Lebensmitteln und Medikamenten sind. „Menschen achten aktuell besonders auf die Hygiene und die Haltbarkeit von Produkten. Dadurch werden wichtige Eigenschaften von Verpackungen – etwa der Produktschutz vor Bakterien und Viren, die Verlängerung der Haltbarkeit oder die Transport- und Lagerfunktion – deutlich sichtbar. Konsumenten spüren gerade, dass Verpackungen wichtig sind und einen Wert haben“, erklärt Axel Kühner. In der Medizin leisten Produkte von Greiner Bio-One einen wesentlichen Beitrag in der Krise. Sie werden für Corona-Tests und zur Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen benötigt.

Die Belieferung der Automobil- und der Luftfahrtindustrie sowie die Nachfrage nach Investitionsgütern (Greiner Foam und Greiner Extrusion) sind indessen aktuell rückläufig.

Ausblick 2020

Das neuartige Coronavirus hält die Welt seit Ende 2019 in Atem. Die Auswirkungen des Virus auf die Weltwirtschaft im Allgemeinen und auf Greiner im Speziellen sind noch nicht im Detail abschätzbar. Ein belastbarer Ausblick auf das gesamte Geschäftsjahr ist aus heutiger Sicht daher nicht möglich.

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