Halbjahresergebnis der Energie AG

Trotz Lockdown Umsatz im Plan, aber Auswirkungen auf Ergebnis

Energie AG Generaldirektor Werner Steinecker © Energie AG
Energie AG Generaldirektor Werner Steinecker © Energie AG

07.07.2020

Das erste Halbjahr des Energie AG Geschäftsjahres von 1. Oktober 2019 bis 31. März 2020 konnte umsatzmäßig mit EUR 1.107,1 Mio. beinahe noch die gesetzten Ziele erreichen. Das operative Ergebnis fällt mit EUR 77,1 Mio. allerdings deutlich niedriger aus als im ersten Halbjahr des Vorjahres. Grund dafür sind unter anderem auch geringere Ergebnisbeiträge des Vertriebs durch den COVID-19 Lockdown.

  • Konzernumsatz: EUR 1.107,1 Mio. (+12,7 %)
  • EBIT: EUR 77,1 Mio. (-28,1 %)
  • Investitionen: EUR 75,3 Mio. (+0,9 %)
  • Strom-Eigenaufbringung: 1.760 GWh (-2,3 %)
  • Rating „A stabiler Ausblick“ bestätigt – seit über 20 Jahren ununterbrochen im Spitzenfeld der europäischen Versorgungsunternehmen

Generaldirektor Werner Steinecker: „Wir konnten im ersten Halbjahr die gesetzten Umsatzziele beinahe noch erreichen, jedoch zeigten sich ergebnisseitig erste Auswirkungen der Gesundheitskrise. Stabilität und Versorgungssicherheit zählen insbesondere in schwierigen Zeiten zu den strategischen Eckpfeilern der Energie AG. In derartigen Ausnahmesituationen gilt es, die regionale Versorgung mit Energie, Wasser und Daten sowie die Entsorgung zuverlässig, möglichst störungsfrei und dauerhaft zu gewährleisten.“

Sicher durch die Krise

Die Krise ab Mitte März hat die Energie AG vor eine Reihe von Herausforderungen gestellt. Vieles wurde erstmals in dieser Breite umgesetzt – zusammenfassend kann man sagen, dass das Krisenmanagement im Konzern sehr gut funktioniert hat. Ab Mitte März konnte der größte Teil der Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten – die technischen Voraussetzungen dafür wurden innerhalb weniger Tage geschaffen. Die Versorgungssicherheit für die Kunden war jederzeit außer Frage gestellt, für kritische Situationen wurden Notfallszenarien vorbereitet. Auch die weiteren Konzerndienstleistungen (wie etwa der Bereich Entsorgung) funktionierten reibungslos und ohne Engpässe.

In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2019/2020 (01.10.2019 bis 31.03.2020) konnten die vor der Gesundheitskrise gesetzten Ziele beinahe erreicht werden. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Umsatzerlöse um 12,7 % auf EUR 1.107,1 Mio. Grund für diese Steigerung ist vor allem die erstmalige Vollkonsolidierung des Vertriebs aus der durchgeführten Zusammenführung von ehemaliger Energie AG Oberösterreich Vertrieb GmbH & Co KG, ENAMO GmbH und ENAMO Ökostrom GmbH.

Das um mehr als ein Viertel auf EUR 77,1 Mio. verringerte Ergebnis begründet sich maßgeblich durch Wertminderungen im Segment Energie. Unter anderem durch den Lockdown sanken die Ergebnisbeiträge des Vertriebs, die Stromeigenaufbringung ist im ersten Halbjahr aufgrund einer niedrigeren Wasserführung gesunken. Darüber hinaus fallen gestiegene Instandhaltungskosten für Kraftwerke ins Gewicht. Diese wurden vor allem durch eine Undichtheit im Stauraum des Kraftwerks Traun-Pucking im Herbst 2019 verursacht – die Sanierungsarbeiten konnten noch im Dezember 2019 abgeschlossen werden.

Die Entwicklung der Strom- und Gasbewirtschaftung wirkte sich hingegen positiv auf das Ergebnis aus.

Im Segment Netz hatten niedrigere Tarife im Erdgasnetz Auswirkungen auf das Ergebnis. Zusätzlich waren höhere Abschreibungen und ein höherer Netzaufwand (vorgelagerte Netzkosten und Netzverluste) für Strom und Gas zu verzeichnen.

Im Segment Entsorgung kam es in der Kunststoffsortieranlage in Hörsching im Herbst 2019 infolge einer Explosion zu einem Brand. Auf den Reststoffmärkten sanken außerdem die Preise für Altpapier/Karton stark.

Jahresvergleich Umsatz und Ergebnis

 

1. HJ 2019/2020

1. HJ 2018/2019

Umsatzerlöse*) in Mio. EUR1.107,1 / +12,7 %982,0
Operatives Ergebnis (EBIT)  in Mio. EUR77,1 / -28,1 %107,3 

Umsatz

Segmentumsätze*)  in Mio. EUR

1. HJ 2019/2020

Entwicklung

1. HJ 2018/2019

Segment Energie704,8+ 23,3  %571,5
Segment Netz192,9- 0,9 %194,6
Segment Entsorgung110,0- 1,3 %111,5
Segment Tschechien**)83,2+ 2,5 %81,2
Segment Holding & Services16,2- 30,2 %23,2
Konzernumsatz*) 1.107,1+ 12,7 %982,0

*) Bei den hier angeführten Umsatzzahlen handelt es sich um Außenumsätze.
**) Das Segment Tschechien setzt sich aus den bisher getrennten Bereichen Wasser, Tschechien und Wärme zusammen. Im Vorjahr wurden die Wärmeaktivitäten des Konzerns in Tschechien vom Segment Energie in das Segment Tschechien (vormals Segement Wasser) überführt. Die Segmentberichterstattung des Vorjahres wurde zur besseren Vergleichbarkeit an die neue Struktur angepasst. 

Die Investitionen betrugen im ersten Halbjahr EUR 75,3 Mio.  (+ 0,9 %) und lagen geringfügig über dem Vorjahresniveau. 

Der größte Teil der Investitionen entfiel auf das Segment Netz und den SmartMeter-Rollout, einen weiteren Schwerpunkt bildete der Ausbau des Lichtwellenleiternetzes.

Standard & Poor’s hat der Energie AG im März 2020 die Bonität des Konzerns erneut mit dem Gütesiegel „A“ (mit stabilem Ausblick) bestätigt. Die internationale Ratingagentur würdigt mit dieser Auszeichnung die hohe Leistungsfähigkeit des Konzerns und die nachhaltige Unternehmensentwicklung.

Die Energie AG verfügt bereits seit mehr als 20 Jahren über ein Investment-Grade-Rating und nimmt seither eine absolute Spitzenposition unter den Energieversorgern ein. Die exzellente Kreditwürdigkeit ist gerade in herausfordernden Zeiten, wie sie weltweit in den letzten Monaten erlebt wurden, ein wichtiger Anker für Stabilität und Kontinuität.

>> Halbjahresfinanzbericht Geschäftsbericht

www.energieag.at