Marktchancen für oö. Unternehmen

Kreislaufwirtschaft in Polen

Die Recyclingrate in Polen muss signifikant steigen © Pixabay
Die Recyclingrate in Polen muss signifikant steigen © Pixabay

07.12.2020

Am 26. November standen bei einer gemeinsam von GreenTech Cluster, Außenwirtschaft Austria und Cleantech-Cluster organisierten Auftaktveranstaltung zu einer „Circular Solution Roadshow“ die Herausforderungen der polnischen Abfallwirtschaft im Zentrum eines virtuellen Austausches mit über 30 Teilnehmer*innen.

Forschung spiegelt Bedarf in Polen

Anna Kwiecińska-Mydlak vom Institute for Chemical Processing of Coal Deposit informierte die Teilnehmer*innen über aktuelle Forschungsaktivitäten. Ihre Forschungen fokussieren sich insbesondere auf folgende Themen und somit auch Bedarfe in Polen:

  • Thermochemische Umwandlung fester Brennstoffe für Energie und chemische Industrie
  • Umweltfreundliche und wirtschaftlich effektive Heizsysteme für Wohnungen und Kommunen auf der Grundlage natürlicher und aufbereiteter fester Brennstoffe
  • Kreislaufwirtschaft/Recycling und Umwandlung von Abfall in Energie
  • Thermochemische Energiespeicherung mit Hilfe von Feststoff-Gas-Reaktionen
  • Effektive und umweltverträgliche Koksherstellung und Verarbeitung von Kohlederivaten
  • Fortschrittliche Materialien für neue Energieerzeugungstechnologien und E-Mobilität (einschließlich H2-Transport)

Recyclingrate muss signifikant steigen

Auch über die Herausforderungen des Entsorgungsmanagements in Polen wusste die Forscherin Interessantes zu berichten. Die Mengen an kommunalen Abfällen, die 2018 beispielsweise in der GZM, einem kommunalen Verband von 41 Städten und Gemeinden, anfällt, ist mit 347 kg pro Kopf zwar noch deutlich niedriger als in Österreich, aber auch die Recyclingraten für Papier/Kunststoff/Glas/Metall im Jahr 2018 sind mit 35,5 % noch niedrig. Aufgrund der EU-Vorgaben (bis zu 65% im Jahr 2035) müssen die Recyclingraten von Siedlungsabfällen in den nächsten Jahren signifikant ansteigen.

Vielfältige Herausforderungen in Polen

Trotz der enormen Fortschritte in der Abfallwirtschaft und der Entwicklung neuartiger Systeme für die Rückgewinnung von Ressourcen aus wiederverwertbaren Abfällen, gibt es für Anna Kwiecińska-Mydlak noch immer technologische, logistische, wirtschaftliche, soziale und auch legale Lücken und Hindernisse, die die erfolgreiche und effiziente Umsetzung des Kreislaufwirtschaftsmodells im Abfallsektor in Polen einschränken. So muss eine verbesserte Verarbeitung von Bioabfällen gewährleistet werden. Die kommunalen Deponiekapazitäten müssen erweitert werden und die Effizienz des Managements der getrennten energetischen Fraktion von Siedlungsabfällen muss gesteigert werden. Kwiecińska-Mydlak erwartet in der Zukunft Antworten auf folgende Fragen: „Welche Recyclingmethoden sind verfügbar und wirtschaftlich gerechtfertigt? Wie kann die Entwicklung neuartiger Recyclingmethoden und technologischer Systeme unterstützt werden?“

Weitere Programmpunkte

Ergänzend bot Dr. Ingrid Winter von der Abteilung 14 Wasserwirtschaft, Ressourcen und Nachhaltigkeit des Amtes der steiermärkischen Landesregierung einen kurzen Einblick in die kommenden Verordnungen und Richtlinien im Bereich der Circular Economy. Agnieszka Zdanowicz, Vize-Präsidentin des polnischen Waste Management and Recycling Clusters, beschrieb die Strategie und die nächsten Schritte, die in Polen im Bereich der Kreislaufwirtschaft gesetzt werden.  Auch der Wirtschaftsdelegierte in Polen, Konstatin Bekos, bot den Teilnehmer*innen einen Überblick über die wirtschaftliche Lage in Polen und zeigte erste Ansätze für die Zusammenarbeit mit österreichischen Unternehmen auf.

Präsentationsmöglichkeit am 11. März 2021

Bei dem Folgetermin am 11. März 2021 vernetzen wir österreichische Unternehmen mit polnischen Entscheidungsträgern und bieten die Möglichkeit, Systemlösungen und Technologien virtuell zu präsentieren. 
>> Details & Anmeldung