Kremsmünster will Smart City werden

Kremsmünster will von der ausgestorbenen zur postfossilen Zero Emission Stadt werden.  © Bwag/Wikimedia
Kremsmünster will von der ausgestorbenen zur postfossilen Zero Emission Stadt werden. © Bwag/Wikimedia
Das leerstehende Betriebsgebäude mitten in Kremsmünster soll ressourcenschonend unter Bürgerbeteiligung wiederbelebt werden.  © SCHALTwerk/Heidlmair Kommunikation
Das leerstehende Betriebsgebäude mitten in Kremsmünster soll ressourcenschonend unter Bürgerbeteiligung wiederbelebt werden. © SCHALTwerk/Heidlmair Kommunikation

06.11.2019

Überalterung der Bevölkerung, Wirtesterben, fehlende Nahversorger und kaum qualifizierte Jobs mit niedrigen Löhnen: Diese Faktoren lassen Ortszentren am Land aussterben. Kremsmünster hat jetzt ein Pilotprojekt gestartet, um die Stadt ressourcenschonend wiederzubeleben.

Ein Konsortium aus 14 Partnern unter der Leitung des Austrian Institute of Technology (AIT), darunter die Marktgemeinde Kremsmünster, die Standortagentur Business Upper Austria und Unternehmen der Energie- und Abfallwirtschaft haben sich große Ziele gesetzt. Unter dem Projektnamen „SCHALTwerk Kremsmünster 2030“ wollen sie die 6.500-Seelen-Stadt im Bezirk Kirchdorf lebenswert und gleichzeitig umweltfreundlich machen. Eines der Hauptziele ist auch, zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen.


Postfossile Zero Emission Stadt

Dabei setzen die Initiatoren auf Bürgerbeteiligung, moderne Verwaltungsinstrumente, innovative Organisationsformen, Sharing-Modelle und Kreislaufwirtschaft. Ausgangspunkt war der Wunsch, ein leerstehendes Betriebsgebäude, das das Stadtbild zu stören begann, zu revitalisieren. Hauptaugenmerk soll dabei auf Ressourceneffizienz bei Strom und Wärme und sogar Energy Sharing gelegt werden. Die Kreislaufwirtschaft wird nun auf zwei Ebenen getestet. Einerseits schließen sich Unternehmen zusammen und testen, wie sie Sharing-Modelle umsetzen und beispielsweise Abfälle als Sekundärrohstoffe nutzen können. Andererseits sollen unter den Einwohnern Sharing-Plattformen angeregt und gefördert werden, beispielsweise für Rasenmäher oder Werkzeug.


Von Share Economy zur Share Community

Bei der Umsetzung des Gesamtprojekts und der vielen darin enthaltenen Einzelprojekte setzt das Konsortium auf eine Reihe innovativer Ansätze, beispielsweise beim partizipativen, gemeinschaftlichen Planen der Sanierung des leerstehenden Gewerbeobjektes. Ein absolutes Novum ist die Local Energy Sharing Community. Sie soll das Energy Sharing von Strom ermöglichen. Lokale Communities als „Mini-Gesellschaften“ dienen als Auftraggeber und -nehmer für das Rückgewinnen von Abfällen, Designen rückgewonnener Materialien und Entwickeln neuer Wertschöpfungsprozesse. Der Neuigkeitsgehalt steckt in der Vernetzung der Share Economy Geschäftsmodelle, modernen Zutrittsmöglichkeiten für Gebäude und Räume sowie Sharing-Diensten mit einer integrierten Abrechnung auf einem selbstorganisierten System aus Anbietern und Nutzern.

www.smartcities.at


Foto: DI Christian Maurer

DI Christian Maurer

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