Industrie ohne fossile Energie: Oberösterreich unterstreicht Vorreiterrolle

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19.07.2018

Das Programm „Vorzeigeregion Energie“ ist eine österreichweite Initiative des Bundes. Hier sollen mit innovativen Energietechnologien aus Österreich Musterlösungen für intelligente, sichere und leistbare Energiesysteme der Zukunft entwickelt und demonstriert werden. Die Initiative soll auch dazu beitragen, Wertschöpfung im Technologiefeld „innovative Energietechnologien“ österreichweit auszubauen.

Drei Vorzeigeregionen, in denen innovative Energietechnologien aus Österreich großflächig erprobt werden, gehen nun in die Umsetzung. Zwei dieser drei Vorzeigeregionen haben ihr Herzstück in Oberösterreich, in allen drei sind oberösterreichische Partner vertreten. „Oberösterreich baut damit die Position als Energie-Leitregion weiter aus und hat somit ein Schaufenster für seine bestehenden und neu zu entwickelnden Energietechnologien geschaffen“, unterstreicht Wirtschafts- und Energiereferent Landeshauptmann-Stv. Dr. Michael Strugl.

Wirtschafts- und Energiereferent LH-Stv. Dr. Michael Strugl:„Zwei von drei Vorzeigeregionen für innovative Energietechnologien haben ihr Herzstück in Oberösterreich, in allen drei sind oberösterreichische Partner vertreten.“


Der Umstieg auf erneuerbare Energie ist für die heimische Industrie Herausforderung und Chance zugleich. Oberösterreichs industrieller Wirtschaftssektor hat die Zeichen der Zeit bereits früh erkannt und ist auf dem besten Weg, durch Forschung und Innovation weltweit die Marktführerschaft zu übernehmen. „Die Dekarbonisierung des industriellen Energiesystems wird durch Schlüsseltechnologien ‚made in Austria‘ ermöglicht. Oberösterreich trägt mit seinen innovativen Ideen und Unternehmen wesentlich zum Umstieg auf erneuerbare Energien bei“, betont LH-Stv. Strugl.

Vorzeigeregion „New Energy for Industry“
Mit „New Energy for Industry“ soll in Oberösterreich und der Steiermark gezeigt werden, dass mit in Österreich entwickelten Energietechnologien eine 100%-ige erneuerbare Energieversorgung von Industriestandorten möglich ist. Die länderübergreifende Allianz zeigt, dass die produzierende Industrie möglichst ohne fossile Energie – Stichwort: Dekarbonisierung – funktionieren kann. Dafür haben 80 Unternehmen, 14 Forschungspartner/innen und fünf öffentliche Institutionen aus ganz Österreich beim Klima- und Energiefonds ein Förderprojekt eingereicht. Rund die Hälfte der Bewerber kam aus Oberösterreich. In Summe stehen 31 Millionen Euro zur Verfügung, die von den Unternehmen zur Umsetzung der definierten Ziele eingesetzt werden, alleine 12 Millionen Euro fließen in das Projekt NEFI ein. „Der Umstieg auf erneuerbare Energie ist eine Herausforderung für die produzierende Industrie. Gleichzeitig bietet sich dadurch aber auch eine große Chance, um mit innovativen Technologien die Marktführungsposition der Unternehmen in Oberösterreich weltweit auszubauen. Mit den ausgewählten Projekten ist das Land Oberösterreich auf dem besten Weg, sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten“, erläutert LH-Stv. Strugl die Motivation zur Teilnahme am Projekt NEFI.

Innovationsmotor: NEFI_Lab
Eine zentrale Rolle spielt dabei das Innovationslabor NEFI_Lab mit seinen Partnern der Montanuniversität Leoben, des OÖ Energiesparverband, des AIT Austrian Institute of Technology und der oö. Standortagentur Business Upper Austria. Das Innovationslabor ist eine offene, gemeinsam genutzte Plattform, um Zusammenarbeit, Vernetzung und Wissensbildung zu verbessern. Es unterstützt die systematische und frühe Einbindung der Nutzer/innenperspektive in den Innovationsprozess, um so Potenziale von Innovationen zu erhöhen. Kernaktivitäten des NEFI_Lab sind das Vorantreiben des Innovationsprozesses, diesen wissenschaftlich zu begleiten und mit Informationsaktivitäten möglichst viele Unternehmen zu erreichen.

Saubere Energie für Oberösterreich
Die Einsparung von Primärenergie hat das geförderte Vorzeigeprojekt „High Temperature Link“ in Gmunden zum Ziel. Möglich machen dies Abwärme-Nutzung und spezielle Speichertechnologien. Industrielle Abwärme, die bei diversen Produktionsprozessen im Zementwerk Hatschek entsteht, dient zukünftig der Wärmeversorgung. Projektpartner sind neben den Forschungseinrichtungen auch Leitbetriebe wie die Energie AG und der Industrieanlagenbauer Kremsmüller. Ein weiteres ausgewähltes Projekt ist „Industrial Microgrids“, bei dem in einem technologiebasierten Projekt Produkte und Dienstleistungen für den „Energietausch“ zwischen Unternehmen entwickelt, demonstriert und getestet werden. In einem anderen Projekt wird die Abwärmenutzung eines Gießereiprozesses für Nichteisenmetalle im Umfeld der Automotivindustrie unter dem Gesichtspunkt von prozessbedingtem Heizen und Kühlen gesamthaft optimiert. Auch die Lebensmittelindustrie macht mit einem Projekt für erneuerbare Energien auf sich aufmerksam: Mit Hilfe erneuerbarer Energien und Speichertechnologien soll ein innovatives Kontrollsystem, unter anderem bei der Firma Fischer Brot GmbH, zukünftig thermische Prozesse regeln.

Energie im Fokus: WIVA P&G
Die Energie-Vorzeigeregion WIVA P&G verfolgt aus einer Vielzahl an ökologischen und ökonomischen Gründen das Ziel der Demonstration der Umstellung der österreichischen Volkswirtschaft auf eine weitestgehend CO2-neutrale Struktur mit einer dafür auch signifikant notwendigen Transformation auf ein stark Wasserstoff-basiertes Energiesystem.

WIVA P&G zeigt, dass Österreich eine perfekt geeignete Region für den Umstieg auf ein System mit grünem Wasserstoff ist, welcher wiederum einen fundamentalen Baustein für den Transformationsprozess des Energiesystems darstellt. In WIVA P&G stehen hierbei drei Segmente im Fokus: (1) Grüne Energie, (2) Grüne Industrie und (3) Grüne Mobilität.

Die in der ersten Tranche genehmigten österreichweiten Projekte sind in allen drei oben genannten Segmenten angesiedelt. In diesen Projekten sind die oberösterreichischen Unternehmen Fronius International Gmbh und das Energieinstitut an der JKU Linz involviert. Darüber hinaus gibt es Projekte nicht-oberösterreichischer Unternehmen, die entsprechende Assets in OÖ aufweisen.


Foto: Dipl.-Ing. Christian Maurer

Dipl.-Ing. Christian Maurer

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